Volkenschwand - Über 200 Hallertauer waren in drei Bussen, mit vielen Privatautos und sogar mit dem Fahrrad die 550 km in die Region Venetien nach Cavaso del Tomba aufgebrochen. Die 9 Radler hatten es auf ihrer 5-tägigen Tour über den Felbertauern- Tunnel sogar geschafft, eher als die am Freitag über den Brenner abgefahrenen Busse in Cavaso anzukommen. Die Delegation wurde äußerst herzlich empfangen. Rund um die Partnerschaftsfeier gab es ein sehens- und hörenswertes Programm. Schon am Donnerstag transportierten LKW und Kleinbus die für den bayerischen Abend benötigten bayerischen Schmankerl und das Bier Richtung Süden, wo am Freitagabend das "Fiesta bavarese" abging. Die italienische Band "Mercato nero" mit der großartigen Sängerin Donatella sorgte für die nötige Stimmung im Zelt. Auf der Piazza Pieve boten die Herrenauer Volkstänzer (Kinder und Erwachsene), Goaßl- schnalzer und Sänger ihr ganzes Können auf und ernteten frenetischen Beifall. Die Gstanzl von Fritz und Konni wurden natürlich ins Italienische übersetzt. Fleißig wurde das Tanzbein geschwungen. Als am Samstag im Rathaus die Urkunden unterzeichnet wurden, besichtigte der Rest der Mannschaft einen bekannten Prosecco-Keller und die Gypsothek von Possagno. Während des italienischen Mittagessens wurden Gastgeschenke, Erinnerungsteller und Erinnerungskrüge ausgetauscht und die Leute, die sich um die Partnerschaft besonders verdient gemacht hatten, mit Urkunden geehrt. Anschließend stellten sich die beiden Partnergemeinden per Film und Text vor, wobei die Gastgemeinde Cavaso sogar ein Büchlein herausgab mit dem Titel "Auf der Suche nach unseren Wurzeln" und darin ihre Geschichte, Kultur und vergangenes Brauchtum beschrieb. Abends gab es dann einen erlesenen Kunstgenuß. Der Coro Valcavasia gab ein Konzert in der Hauptkirche an der Piazza Pieve, das stürmischen Beifall erntete. Dieser Chor ist zur Zeit auf Australientournee, wohin in den Hungerjahren diese Jahrhunderts viele Bewohner Cavasos auswanderten. Daß die Stimmung am anschließenden "Italienischen Abend" wieder hervorragend war, dafür sorgten nicht nur Spezialitäten aus der Gegend, sondern auch "Vino rosso, bianco und prosecco" vom Faß und die Band mit den neuesten Hits. Es wurde reichlich spät. Der Sonntag führte die beiden Delegationen nochmals in der Kirche zum gemeinsamen zum Teil zweisprachlichen Gottesdienst zusammen. Man dankte für den mehr als 50-jährigen Frieden und bat um größeres gegenseitiges Verständnis. Der liebenswürdige Don Pier Giorgio, genannt Don Pi-Gi, zelebrierte den Gottesdienst. Nochmals trafen Gäste und Gastfamilien im großen Zelt bei Spaghetti, Hühnchen und Gemüse. Nochmals wurde sich der gegenseitigen Freundschaft versichert und der Abschied fiel vielen nicht leicht. Bei der Ankunft in Volkenschwand waren sich alle sicher, ein großartiges Wochenende war sicherlich vorübergezogen, aber die Freundschaften zwischen den Familien und den Gemeinden war stärker geworden.
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Text G. Klieber, Bilder und Gestaltung: H. I. Urban; Seite zuletzt geändert am12.9.98
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